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QUADRAGESIMA

Liebe Pfarrangehörige, nun ist es wieder soweit: »Am Aschermittwoch ist alles vorbei …« bzw. »Am Aschermittwoch geht’s wieder los …«. Womit? Mit dem Fasten? Mir scheint, wenn sich auch der Name »Fastenzeit« im öffentlichen Sprachgebrauch hält, so doch nicht der Inhalt. Oder genauer gesagt: Die Praxis des »Ramadan« in islamisch geprägten Ländern und im praktischen religiösen Alltag von Muslimen in unserer Nachbarschaft ist uns vertrauter und bekannter als unser christliches Pendant in den »Heiligen Vierzig Tagen« von Aschermittwoch bis zum »Österlichen Triduum« (= Gründonnerstag Abend – Ostersonntag) – oder?

Das letzte Relikt des so genannten »Abendlandes« in dieser Angelegenheit scheint ja allein der Aschermittwoch zu sein; freilich in dem Sinne, daß diejenigen, die das »Abendland« retten wollen, bei den aufwendig zelebrierten Heringsessen mehr Alkoholika laut herumschreiend konsumieren als ganze Bataillone von Gardisten in den närrischen Tagen davor.
Fazit: Auch in dieser Sache brauchen wir uns als Christen nichts vorzumachen. Ja, ich wage zu behaupten, daß es gar nicht anders sein kann, als daß diese Tage der inneren und äußeren Vorbereitung auf Ostern endgültig entlarven, wie es bestellt es: sowohl um uns herum, als auch in uns!
Wenn »Ostern« als Allerweltswort auch nicht mehr bedeutet als »Frühlings-« und »Hasenfest«, dann kann die diesem höchsten und eigentlichsten Fest des christlichen Glaubens gewidmete Vorbereitungszeit auch nicht mehr sein als ein hohl angesammeltes Schlechtgewissenpaket angesichts der Kompromisse im Schokoladen- , Tabak - oder Bierkonsum.
Ehe wir uns also auch im Fall der »Fastenzeit« wieder frohreden, sollten wir sie in dem Ernst zu verstehen suchen, in dem sie gemeint ist: »Werde ehrlich zu Dir selbst, Christenmensch! Und das gelingt Dir nicht, ohne Dich ernsthaft mit einem Gott auseinanderzusetzen, der Dich besser kennt, als Du Dich selbst. Und der darüber nicht erschrickt, sondern Dir zeigt, zu welchem Todesmut eine ehrliche Liebe fähig ist.«

Wir können es drehen und wenden wie wir wollen: die Möglichkeit, diese Auseinandersetzung führen zu können, kann nicht in autistischer Selbstverschließung in der eigenen Innerlichkeit liegen. Es braucht den Raum, in dem mir etwas von diesem Gott gesagt und der Glaube an ihn gefeiert wird, damit ich mich dann im Verborgenen meines Herzens dem zuwenden kann. Dann kann dabei auch etwas herauskommen, das andere erfahren lässt, zu welcher Liebe ich angesichts dieses Gottes fähig bin!
So wünsche ich Ihnen aufrichtige und christliche 40 Tage

Dechant benedikt welter, Pfarrer

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